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Nur kurz war die Ruhe in 2012
Mit dem Neubau der Hausanschlußleitung im Dezember hatten wir einen vollen Erfolg. Der Wasserverbrauch fiel nach langer Zeit wieder auf die normalen etwa 140 cbm täglich zurück. Die Ruhe war aber trügerisch und wurde von anderer Seite gestört.
Klingerbach / Feldkirchener Bach stark verschmutzt
Gleich am Jahresanfang gabs ein Problem. Am 9. Januar beobachtete ein Anlieger in Ast, daß der Klingerbach grau und schaumig wird. Das war gegen 12 Uhr mittags. Am nächsten Morgen stellte er fest, daß der Bach jetzt fast schwarz war und abscheulich stank. Kurz nach acht meldete er das persönlich im Bauamt der Gemeinde. Man sagte zu, umgehend das Landratsamt zu verständigen. Gegen 10, nachdem sich nichts getan hatte, informierte der Anlieger den lokalen Mitarbeiter des Mangfall-Boten, der auch ein paar Aufnahmen machte und diese dem Bürgermeister zeigen wollte.
Gegen 11 Uhr wurde der WBV von einem anderen Anlieger über den Vorgang informiert. Vor Ort zeigte sich, daß der ganze Feldkirchener Bach bis zur Mündung schwarz-schaumig war und nach Odel stank. Sofort wurden dann Landrats- und Wasserwirtschaftsamt per E-Mail verständigt. Die Polizei kam gegen 12 Uhr und folgte mit unserem Informanten dem Klingerbach aufwärts bis nach Unteraufham, wo die Ursache bei einer Biogasanlage festgestellt wurde. Bisher (22. Februar) gab es nur zwei Reaktionen der Behörden: Vom Landratsamt kam eine Kurzmitteilung, man werde nach Abschluß der Untersuchungen informieren. Das Wasserwirtschaftsamt merkte an, daß wir vorsichtshalber außerplanmäßige Kontrollen unserer Quellen auf Schadstoffe vornehmen sollten. Das war bereits geschehen. Bisher verliefen die Proben für uns positiv, also ohne Befund. Es werden noch einige folgen. Wir hoffen, die entstehenden Kostendem Verursacher berechnen zu können.
Das war aber noch nicht alles
Nur ein paar Tage später. Ein Verbandsmitglied informierte über Wasser, das vom Asterberg und der Staatsstraße in unser Einzugsgebiet und dann auch in die Schutzzone III floß. Etwas Tauwetter, dazu ein wenig Regen, das genügte schon. Der Durchlaß unter der Staatsstraße ist durch mangelnde Pflege nicht mehr funktionsfähig. Der Graben, der das Wasser einst entlang des Weges Samer- / Staatsstraße ableitete, ist nicht mehr vorhanden. Von der Drainage, die anschließend Richtung Südost führte, ist auch nichts mehr zu sehen. Sofort wurde mit einem Kartenausschnitt das Landratsamt informiert. Von dort wurde das Wasserwirtschaftsamt eingeschaltet und eine Ortsbesichtigung angeregt. Auf einen Termin warten wir noch.
Und das war 2011:
Vor allem gab es viel Arbeit in diesem Jahr. Los gings schon im Januar mit dem ersten Leck, das war die Nummer 1, im Blumenweg. Eine Lecksuche im Februar brachte kein eindeutiges Ergebnis. März: Nach kurzer Suche wird ein Leck in der Ollinger Straße repariert. Eine weitere Lecksuche muß abgebrochen werden, da ein Defekt in der Pumpensteuerung auftritt. Nach erfolgreicher Neuausstattung der Elektronik wird ein Leck in der Breitensteinstraße geortet und beseitigt. Mai: Nach langer Suche wird ein Leck in der Zuleitung zum Müllerland im Acker gefunden. Trotz Sonntag kam professionelle Hilfe aus Rosenheim. Der Acker war bereits bestellt, der Eingriff mußte so klein wie möglich ausfallen. Dank auch an den Landwirt. Alles ging problemlos.
Juni: In der Vagener Straße werden sechs Hausanschlüsse neu erstellt. Sie wurden beim Bau mit verzinkten Leitungen ausgestattet, die wir bereits mehrfach mit Reparaturschellen dichten mußten. Jetzt waren die Leitungen so schlecht, daß nur noch der Austausch gegen Kunststoff im Außenbereich und Edelstahl in den Häusern half. Dann kam das insgesamte 4. Leck in der Breitensteinstraße. Noch im Juni folgte an der gleichen Leitung Leck Nummer 5. Die Leitung Breitensteinstraße ab Abzweigung Am Gries ist anfällig. Sie wurde vom Verband vor der Herstellung der Straße verlegt. Die Straßenbauer haben dann, was wir jetzt finden, Teerbrocken, Abfall und Steine einfach auf die Leitung geschüttet. Das übliche Einsanden unterblieb. Langsam reibt sich dann der Kunststoff durch und wird undicht. Durch den Druck werden dann diese Stellen rasch größer und können Verluste von bis zu 200 m³ in 24 Stunden auslösen.
Juli: Erneutes Leck im Blumenweg. Auch hier wurde die Leitung bei Bauarbeiten für den Kanalanschluß mit Bauschutt überdeckt.
Dezember: In der Breitensteinstraße, hinter dem Hebewerk, wird das 6. Leck auf knapp 200 m im Verlaufe weniger Jahre festgestellt. Auch hier Steine auf der Leitung, die Ursache ist nicht mehr feststellbar. Wasserverlust: 86 m³ je Tag. Damit nicht genug. Der Verlust sinkt zwar, ist aber immer noch zu hoch. Bei der weiteren Suche wird festgestellt, daß der Fehler Am Gries sein muß. Lokalisiert im östlichen Stück der Straße. Hier war eine Hausanschlußleitung undicht, wir mußten Terrasse und Hauswiese aufbaggern und etwa 14 m Leitung neu verlegen. Da das Leck unter einem abgeschrägten Kellerschacht festgestellt wurde, konnte es nicht direkt untersucht werden. Der Schacht wurde umgangen. Verlust: rund 172 m³ je Tag. In beiden Fällen mußte wieder professionelle Hilfe geholt werden.
Diese ganzen Arbeiten wurden zusätzlich zum normalen Betrieb einer Wasserversorgung fällig. Zu den Routinearbeiten gehören ständige Kontrollen von Quellschüttung und Pumpleistung, Pflegearbeiten an Pumpwerk und Hochbehälter, aber auch der regelmäßige Austausch der Wasserzähler.
Alle Arbeiten werden natürlich ehrenamtlich ausgeführt. Maximal gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung. Was für Feldolling typisch ist: Die Routine läuft reibungslos, und bei Lecks oder anderen zusätzlichen Arbeiten genügen ein paar Telefonate und die Helfer sind da. Das kann man nicht hoch genug loben.

